Love van Paul

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Wenn du im Bett liegst



Hallo meine Liebe, mein Lieber,
wenn du gerade im Bett liegst und dich schwach fühlst, aber trotzdem Lust und Freude hast, etwas zu machen – dann teile ich hier ein paar Ideen, die mir selbst geholfen haben.


Seit ich seit Sommer 2025 immer wieder fast nur im Bett liegen konnte, wollte ich trotzdem meine Stunden mit etwas Schönem füllen. Malen war dabei nicht immer einfach – manchmal war schon das Aufdrücken mit dem Buntstift zu anstrengend für die Muskeln. Falls es dir ähnlich geht, hier ein paar Dinge, die mir das Leben leichter gemacht haben:


Die Materialien
Ich bin von normalen Buntstiften auf Buntstifte mit Aquarelleffekt umgestiegen – man muss viel weniger aufdrücken, und mit ein bisschen Wasser und einem Pinsel entstehen trotzdem intensive Farben und schöne Verläufe. Später habe ich zusätzlich Watermarker (Filzstifte, die sich auch aquarellieren lassen) für mich entdeckt – die lassen sich fast kraftlos führen. 


Die kleinen Helfer
Eine kleine Wasserflasche und ein Schraubglas standen immer griffbereit neben mir. Für die Bettwäsche habe ich mir irgendwann welche zugelegt, bei denen ein Farbfleck nicht so schlimm ist – und eine  grössere Pappe  z.b. von einem Versandkarton als Unterlage tut auch gute Dienste  Ein feuchter Waschlappen war mein bester Freund, um schnell die Hände sauber zu bekommen, bevor ich mit der Krücke ein paar Schritte unterwegs sein wollte.


Die Ordnung
Kleine Tabletts  um mich herum halfen mir Anfangs, Dinge zu sortieren, zu benutzen und wieder wegzulegen – wie ein kleines Puzzle. Durchsichtige Reißverschlusstaschen für Stifte und Material sind  für michmittlerweile die praktischste Lösung. Und wenn du längere Zeit im Bett liegst: Ein leichter Rollcontaine mit Schubladen, die sich einfach herausnehmen lassen, ein Servierwagen oder ein grösseres  Tablett auf dem Nachttisch mit ein paar leichten Schachteln (eine für Papier, eine für Kleber, …) machen wirklich einen Unterschied. Dein kleines Kreativ-Refugium sollte so leicht erreichbar sein wie möglich – denn wenn du nur alle zwei Tage an "den Tisch" kommst, hindert dich genau das am Anfangen.

Wenn das Budget knapp wird
Wenn eine längere Erkrankung auch das finanzielle Budget enger macht, dann trau dich einfach zu fragen. Bei mir kamen plötzlich aus ganz unterschiedlichen Ecken Menschen mit kleinen Dingen: Zeitschriften, aus denen ich mir was rausschnibbeln konnte, Bücher aus der Verschenke-Ecke, eine Bekannte, die mir unerwartet Lackstifte schickte. So kam ein grösser werdendes Equipment zusammen – dabei auch Dinge, die ich mir vielleicht nie selbst gekauft hätte. Und gerade darin liegt  oft das Überraschende: Ein Klebeband, das ich eigentlich gar nicht hübsch fand, fand plötzlich eine ganz wunderbare Verwendung.
Genau das ist auch das schöne und spannende daran.

Wenn du eigentlich eine Ästhetin bist
Es ist natürlich auch eine Herausforderung, wenn du – wie ich – eher ein Ästhet oder eine Ästhetin bist und früher tagelang für das perfekte Papier oder den richtigen Stift in der richtigen Farbe unterwegs warst. Dann ist dies hier die Einladung: mit dem umzugehen und zu experimentieren, was da ist. Und entstehen zu lassen, was entsteht. Vielleicht entsteht die Schönheit im Zufall, das Schöne im Nicht-Schönen.... Zumindest in meinem Leben habe ich gemerkt, dass genau das ein wichtiger Aspekt ist, in eine Form von Lebendigkeit zu kommen, in diesem Prozess  in dem ich Erwartungen  loslasse und die Kontrolle darüber, was ensteht., Das ist manchmal eine Herausforderung, aber auch eine Chance, das Tiefere darin zu entdecken. Im Bild und in mir.
Es ist fast wie Meditation. Sich dem Prozess hinzugeben,mit allem was sich zeigt und zu vertrauen.

Es braucht nicht das perfekte Bild. Manchal reicht schon ein Stift in deiner Lieblingsfarbe.

Die Schönheit des Zufalls

Die Schönheit des Zufalls 

Manchmal liegt mein Handy in der Nähe, die Kamera-App ist an, und aus den Augenwinkeln sehe ich plötzlich etwas, das meine Aufmerksamkeit zieht. Eine Komposition, die scheinbar aus dem Nichts entsteht. Ich habe mir angewöhnt, einfach auszulösen und erst dann nachzuschauen, was das eigentlich ist.

Auf dem kobaltblau -pinkem Foto zum Beispiel ist das Blau meine Hose, das Rosa mein Sweatshirt. Die dritte, dunklere Farbe gibt es so gar nicht. Sie ist im Spiel des Lichts entstanden. Bei dem blau- grauem  Bild und dem Bild  mit dem goldenen Kreis ist es Spiel der Buntstifte mit der Reflexion des Lichts auf dem Blech...

In meinem begrenzten Leben ist mein Smartphone leider viel zu oft meine ständige Begleiterin. Ich finde es natürlich viel besser, den Blick von ihr zu lösen und mich tatsächlich anderen Dingen zu widmen. Aber in diesen zufällig entstandenen Kompositionen bereitet mir auch die digitale Schönheit Freude. Und vielleicht ist das ja auch eine Einladung an dich: nicht unbedingt so viel mit dem Smartphone herumzutüdeln, aber mit dem zu experimentieren, was dir gerade zur Verfügung steht. Mit dem, was einfach da ist, und nicht unbedingt mit dem, was man sich wünscht, was gerade da sein sollte. So geht es mir jedenfalls öfter. Manchmal gibt es dann nicht viel mehr als ein Handy in der Hand und das Licht auf deiner Bettdecke. Und auch darin gibt es Schönheit zu entdecken.

Und natürlich brauchst du für das Entdecken dieser Schönheit auch gar keine Kamera. Es genügt das Wahrnehmen des Augenblicks.Vielleicht die  Lichtreflexe an der Decke, wenn die Sonne ins Zimmer scheint, schöne Farbkompositionen  im Salat oder das Bestaunen des  Marienkäfer von unten, wie er auf der Fensterscheibe herumkrabbelt....

Mich begleiten oft die unausgesprochenen Fragen durch meine Tage. Welche Schönheit und Liebe existiert im Alltäglichen, im Kleinen ?  Und kann ich in einem Moment in sie hineintauchen? Gerade an Tagen ,an dem nichts einfach, gut oder selbstverständlich erscheint, schenken mir diese Hinwendungen einen inneren  Raum von Wärme und Weite und Glück.

Es gibt so viele Einladungen, tiefer zu schauen, neugierig zu bleiben, mehr zu entdecken .

Probiers aus.

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