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Tiefe 3: .Ein dicker Hase gibt nicht auf

admin 5 Minuten

    

Ein dicker Hase gibt nicht auf
Ich habe in den letzten Monaten ganz schön zugenommen. Es mag an den Medikamenten liegen oder an der mangelnden Bewegung. Und da habe ich mir gedacht: Ich habe gerade wirklich wichtigere Dinge, als mich darum zu kümmern.
Vor zwei Tagen habe ich in den Anfang eines Films reingeschaut. Und da habe ich diesen Spruch gehört, der mir seitdem hängen geblieben ist: Ein dicker Hase gibt nicht auf.


Nachdem ich jetzt noch einmal große Herausforderungen zu meistern hatte – und habe – (mehr dazu im Blog vom Vortag), gefällt mir dieser Spruch total gut. Ich bin dieser dicke Hase, diese dicke Häsin, und ich gebe einfach nicht auf. Das finde ich wunderbar.
Und dann habe ich mich gefragt: Was hat es denn mit diesem Hasen auf sich? Ich kenne eigentlich nur den Begriff des Angsthasen. Ich finde es in Ordnung, ein Angsthase zu sein. Weil man ja nicht nur ein Angsthase ist. Und vielleicht ist der Hase gerade zu mir gekommen, um mir zu sagen, dass die Erde ja auch rund ist. Und dass in einem Kreis vieles Platz hat. Wer also ist dieser Hase, der die Kraft hat, nicht aufzugeben?


Also habe ich die KI gefragt. Der Hase ist nicht gleichzusetzen mit einem Kaninchen, aber das wissen wir ja eigentlich alle. Aber ich wusste eine ganze Menge nicht. Der Hase baut nämlich keinen Bau, sondern lebt tatsächlich auf der Erdoberfläche. Das bedeutet, er ist die ganze Zeit Gefahren ausgesetzt. Die Häsin bringt drei- bis viermal im Jahr Junge zur Welt, von denen nur wenige überleben, weil der Fuchs und der Mähdrescher einfach zu große Risiken bergen. Aber der dicke Hase gibt nicht auf, der macht einfach weiter, und das finde ich richtig spannend. Der kann 70 Kilometer schnell laufen und Haken schlagen. Ich habe gelesen, wenn es bergauf geht, dann ist er besonders stark, weil er so gute Hinterläufe hat. Und dann habe ich gedacht: Was für ein schönes – aber auch was für ein faszinierendes Geschöpf.


Ich habe gelesen, dass im Buddhismus in China und Japan der Hase im Mond lebt. Interessant, dieser Hase. Welche Geschichten gibt es eigentlich? Ich kenne nur den Hasen und den Igel, wo der Hase zwar schnell ist, aber überlistet wird und am Ende stirbt. Aber welche Geschichten gibt es von der Stärke des Hasen? Immerhin hat er es in einigen Kulturen bis in den Mond geschafft.


Der Hase hat super Augen. Naja, es gibt viele Gefahren. Die Evolution hat zum Glück in diesem Fall so gestaltet, dass er wirklich ganz viel von seiner Umwelt wahrnehmen kann. Ich frage mich, warum die Evolution diese Hasen mitten auf dem Feld ihr Nest aufschlagen lässt und warum ihnen nicht ein bisschen Sicherheit zugesprochen wird, indem sie einen Bau bauen können wie die Kaninchen. Die Rätsel des Lebens – die gibt es nicht nur in meinem.


Stellt euch vor: Dieser Hase, der hat diese riesigen Ohren und kann total gut hören. Nun muss das Leben auch für den Hasen viel hektischer geworden sein. Ich weiß natürlich nicht, wie es mit seinem Nervensystem bestellt ist, in einer Welt voller Mähdrescher und Verkehrslärm. Das kann, wenn man so viel wahrnehmen kann, auch ganz schön anstrengend sein. Natürlich kann ich den dicken Hasen nicht fragen, wie das so ist in dieser Welt für ihn. Aber wenn ich mich jetzt mit ihm verbinde, mit diesem Angsthasen, der gar nicht so viel Angst hat, sondern viel zu bewältigen hat, dann ist das Sich-Tarnen und Verstecken manchmal eine gute Überlebensstrategie und schnell rennen können natürlich auch (okay, daran arbeite ich noch).


Ja, und da ich viel denke, habe ich mir dann noch gedacht: Die Kraft wird in unserer Kultur eher Tieren wie dem Bären zuerkannt. Was wir als Kraft ansehen, ist ja eine Frage des Blicks und der Prägung. Für einen Hasen gehört auch Substanz dazu, Materie. Gut genährt sein bedeutet nämlich, erfolgreich zu sein. Wer gut genährt ist, kommt besser durchs Jahr. Und ich entscheide mich einfach: Ich bin die dicke Häsin. Und ich nehme nicht nur das Runde und das Starke in mich auf, sondern auch die Offenheit und die Neugier, mich neu zu interpretieren, zu entdecken und anzuerkennen, wo in mir Kraft steckt – jenseits von Bärenbildern.

Und halte mich ganz nach dem Motto: Ein dicker Hase gibt nicht auf.

P.S. dieser dicke Hase ist übrigens von Albrecht Dürer,ein Ausschnitt aus seinem "Feldhasen" von 1502